Konfigurieren des Windows Performance Monitors


In Anlehnung an das Performance Monitoring aus meinem SharePoint Adventskalender gibt es noch ein paar Dinge, die man beachten sollte, wenn man sich ein Performance Counter Set zusammmen stellt. In diesem Beitrag möchte ich daher erläutern, wie Sie sich ein Set erstellen und worauf man dabei achten muss, um im Anschluss auch valide Daten auswerten zu können.

Auch wenn es natürlich auch 3rd Party Software gibt, welche unsere Rechner-Systeme überwachen kann, so bringt Windows Server aber bereits selbst sehr viele Messgrößen mit, die man ganz einfach mit dem mitgelieferten Performance Monitor (perfmon.exe) überwachen kann. Um sich nun ein Collector Set anzulegen, gehen Sie folgendermaßen vor.

1. Im PerfMon-Fenster navigieren Sie zu den Data Collector Sets > User Definied. Mit einem Rechtsklick oder über den Button oben im Fenster beginnen Sie, ein neues Set anzulegen.

 

2. Vergeben Sie dem Set einen aussagekräftigen Namen und wählen Sie, ob Sie mit einer Vorlage oder mit einem leeren Set starten möchten. Haben Sie bereits ein Collector Set angelegt (als xml-Datei gespeichert), so können Sie auch dieses als Vorlage auswählen. Hinweis: Ein unter Windows Server 2012 angelegtes Set kann zwar in frühere Serverversionen eingelesen werden, jedoch kann es nicht gestartet werden. Bitte beachten Sie dies, wenn Sie ein Set aus einer Vorlage erstellen möchten.

 

3. Auf der Folgeseite sehen Sie, dass Sie den PerfMon auch als Werkzeug nutzen können, um sich beim Über- oder Unterschreiten eines Grenzwertes informieren zu lassen. Auch andere Aktionen können ausgeführt werden. Dies ist natürlich ein sehr schöner Ansatz, um pro-aktiv die Systeme zu überwachen.

Ebenso können Sie aber auch re-aktiv z.B. Daten über Registry-Einträge („System Configuration Information“) oder Events verschiedener Dienste wie exemplarisch der Firewall („Event Trace Data“) sammeln und überwachen. Und dies gilt auch für den Performance Counter Fall, den ich beschreiben möchte. Dafür haben wir folgendes Szenario: Unser SharePoint ist bereits langsam und nun wollen wir heraus finden, woran es liegt. Wir wählen also die Performance Counter.

 

4. Auf der Folgeseite können wir nun unsere verschiedenen Counter auswählen. Welche ich für SharePoint empfehle, können Sie in meinem Adventskalender, Türchen 9-12, nachlesen (Bsp.: http://blogs.msdn.com/b/robert_mulsow/archive/2015/12/09/sharepoint-performance-monitoring-performance-counter-f-252-r-den-prozessor.aspx). Bitte achten Sie darauf, dass Sie in diesem Fenster auch die Intervallzeit einstellen. Ich empfehle bei längeren Überwachungen ein Intervall von 60 Sekunden. Damit wachsen die Logs auf nicht mehr als wenige MB an, wenn Sie einen Überwachungszeitraum von 24 Stunden wählen.

 

5. Ganz wichtig bei der Auswahl der Counter ist, für welche Quellen die Daten aufgezeichnet werden sollen. Zum Beispiel haben unsere Server mehr als eine Netzwerkkarte oder mehr als ein Laufwerk. Möchte Sie beispielsweise ein Problem bei den Disk I/Ops überwachen und wählen „_Total“ aus, dann wird der Durchschnitt über alle Laufwerke gesammelt. Sind also vier von fünf Laufwerken optimal eingerichtet, aber das Fünfte und vielleicht Wichtigste ist es eben nicht mit einer Disk Queue Length von über 10, dann komme Sie bei der Auswertung leider nicht der Ursache für eine langsame SharePoint Performance auf die Schliche. Achten Sie also darauf, dass Sie wirklich die einzelnen Laufwerke auswählen. In meinem Screenshot sind dies die Laufwerke C: und D:, die ich überwachen möchten.

6. Haben Sie alle Counter ausgewählt, dann können Sie auf der Folgeseite noch den Ort auswählen, wo die Logs gespeichert werden sollen.

 

7. Im letzten Schritt achten Sie bitte darauf, unter welchem Benutzer die Daten gesammelt werden sollen. Standardmäßig ist dies der lokale System Account.

Die Auswahl des Benutzers ist besonders wichtig, wenn die Daten zusätzlich für andere Computer in einem Set gesammelt werden sollen. Unter Schritt fünf können Sie im Screenshot erkennen, dass die Daten für den „Local Computer“ gesammelt werden. Wenn Sie jedoch auch Daten von anderen Computern sammeln möchten, muss der Benutzer auch über die entsprechenden Rechte auf den anderen Rechnern verfügen. Der lokale System Account hat diese Rechte natürlich nicht. Verwenden Sie also einen Benutzer, der sich auf den anderen Rechnern auch in den Gruppen „Performance Monitor Users“ und „Performance Log Users“ befindet.

 

(Auf älteren Windows Systemen Microsoft .NET Framework 2.0 muss zusätzlich der RemoteRegistry Service auf den Rechnern laufen, auf die „aus der Ferne“ zugegriffen werden soll.)

Damit ist das Anlegen des Performance Counter Sets abgeschlossen. Wenn Sie diese Sets nun zu einem bestimmten Zeitpunkt starten möchten, können Sie dies direkt tun, indem Sie diesen manuell starten. Mann kann dies aber auch takten. Dazu empfehle ich, eine Stopp-Kondition zu deifnieren. Das einfachste Beispiel ist das Stoppen nach 24 Stunden.

 

Anders kann man die Sets auch jeden Tag zu einer bestimmten Zeit starten und nach z.B. vier Stunden stoppen. Ein Szenario, um beispielsweise die Backup Performance jede Nacht zu überwachen.

Welches Szenario Sie auch haben, die zusätzlichen Informationen, die mir der Performance Monitor liefern kann, helfen deifnitiv, um den Ursachen meiner Performance-Probleme auf die Schliche zu kommen. Denn die alte Weisheit „wir brauchen mehr RAM“ löst leider nicht alle Probleme.

 

 


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