Status Quo Technical Summit 2016 – Wie entsteht eine technische Agenda?


Wie Ihr vielleicht wisst, bin ich für die technischen Inhalte der Agenda des Technical Summit 2016 verantwortlich. Ich mach das natürlich nicht alleine, sondern arbeite hier mit einem Team, aber ich möchte dennoch meinen Blog nutzen Euch darüber zu informieren, wie gerade der Status ist. Ich bin der Meinung, dass weitgehende Transparenz an dieser Stelle für alle Beteiligten von Vorteil sein kann, nicht zuletzt, da ich hierzu diverse Anfragen bekommen habe, sowohl von Speakern, Bewerbern, Sponsoren als auch Besuchern und Interessenten.

Aktuell haben wir über 50 Sessions vergeben. Diese sind auf der Technical Summit Website zu finden. Sie dienen primär dazu den Besuchern eine Übersicht darüber zu geben, welche Inhalte sie erwarten, so dass niemand die Katze im Sack kaufen muss. Wir denken, es ist sinnvoll diese Informationen zu teilen, sobald sie feststehen, selbst, wenn noch die ein oder andere Detailinformation fehlt.

Aktuell haben wir noch keinen Zeitplan erarbeitet. Wir gehen davon aus, dass Konferenzbesucher beide Tage da sind, insofern sollte der genaue Zeitpunkt für Besucher nicht allzu relevant sein. Für die Speaker ist der genaue Zeitpunkt des Vortrags natürlich relevant, nicht zuletzt wegen der Reiseplanung. Daher arbeiten wir natürlich daran, das zu finalisieren.

Es sind noch ein paar Vorträge offen. Das heißt, wir wissen, dass wir noch weitere Themen hinzufügen werden. Wir hatten im letzten Jahr ca. 60 Vorträge + 3 Keynotes. In diesem Jahr werden wir uns voraussichtlich in der gleichen Größenordnung befinden. Wir werden die verbleibenden Slots in den kommenden Wochen noch auffüllen. Für Interessenten lohnt es sich daher ab und an nochmal nachzusehen, ob die Liste der Sessions nicht noch etwas länger wurde. Für Sprecher, die einen Vortrag im Zuge des CFP eingereicht haben und noch keine Zusage bekommen haben ist diese Information relevant, da dies im Umkehrschluss bedeutet, dass es noch klappen kann. Um auch hier voll transparent zu sein: Wir haben zum jetzigen Zeitpunkt weniger als 10 Vorträge offen und noch mehr als 200 Themenvorschläge, von denen die allermeisten sehr gut für den Technical Summit geeignet wären. Es wird also auf jeden Fall eng und die Chancen jetzt noch reinzukommen sind demzufolge eher gering.

Wir haben noch keine Absagen verschickt. Aus obigem Text wird klar, weshalb wir heute noch keine Absagen an Speaker verschickt haben. Wir möchten die Absagen erst verschicken, wenn wir wissen, dass es wirklich nicht klappt. Wenn klar ist, dass alles voll ist, bekommt jeder der am CFP teilgenommen hat und es nicht in die Agenda schafft eine Absage per Mail.

Wir versuchen mehr Platz zu schaffen. Unser Bestreben ist es für die Besucher der Veranstaltung möglichst viele wertvolle Inhalte zu platzieren. Die Einreichungen über den CFP beweisen, dass es viele Themen gibt, die Euch bewegen und ich bin aktuell bemüht mehr Platz für technische Inhalte zu schaffen. Ich kann nicht versprechen, ob das klappt, da es natürlich ein paar Einschränkungen gibt, die wir einfach akzeptieren müssen. Wir sind hier gerade sehr kreativ. Mich würde interessieren: Seht Ihr die Gefahr eines „Information-Overflow“ als Besucher vor Ort? Sollten wir uns auf weniger Themen fokussieren um Euch als Besucher die Auswahl zu erleichtern, oder ist mehr Auswahl immer besser? Ich freue mich auf Eure Kommentare.

Themenauswahl Wir haben unterschiedliche Anfragen im Vorfeld und während des CFP bekommen, welche Themen relevant sind und mit welchen Themen man sich bewerben muss, um ausgewählt zu werden. Natürlich gibt es Themen, die wir platzieren wollen, weil wir die Firma sind, die wir sind. Daneben gibt es aber Themen, die wir platzieren wollen, weil wir an deren Relevanz glauben. Im Idealfall gibt es zwischen beiden eine hohe Überlappung. Allerdings ergibt sich die konkrete Auswahl von Themen meist erst bei der Sichtung der Einreichungen und daher ist es schwierig für uns zu irgendeinem früheren Zeitpunkt zu sagen: „Bewirb Dich mit Thema XY, dann kommst Du rein!“. Was allerdings passieren kann ist, dass wir nach der Sichtung der Einreichungen sagen: „Wir denken Thema XY“ ist noch unterrepräsentiert.“ Danach gehen wir auf Speaker zu, deren Kompetenz auf diesem Gebiet uns bekannt ist.

Wie wählt Ihr die Sessions aus? Wir haben in diesem Jahr einen neuen Ansatz gewählt, der uns weg bringt vom Produktfokus der letzten Jahre. Als Hersteller möchten wir natürlich sicherstellen, dass wir unsere Produkte im Rahmen der Agenda platzieren, da wir davon ausgehen, dass die Besucher in der Regel genau daran interessiert sind. In den vergangenen Jahren war unser Ansatz zu sagen: Wir platzieren unsere Developer Tools, wir platzieren Windows… Euer Feedback war in der Regel sehr gut. Natürlich haben wir darauf geachtet, dass die Sessions keine Werbeveranstaltung sind, aber teilweise habt Ihr Euch noch mehr technischen Tiefgang gewünscht.

Daher habe ich entschieden dieses Jahr komplett anders an die Agenda heranzugehen: Wir haben unsere zu erwartenden Besucher in Personas eingeteilt und Kollegen von mir mussten sicherstellen, dass die vermuteten Interessen dieser Personas in der Agenda zu genüge berücksichtigt sind. Sonst nichts. Das führt jetzt dazu, dass wir mehr Vorträge, die aus dem echten Leben gegriffen sind haben und damit auch technischeren Inhalt. Unsere Produkte finden sich darin natürlich trotzdem wieder – aber eben mehr „im echten Einsatz“ und weniger als reine Featurepräsentation. Das soll nicht heißen, dass wir nicht auch gewisse Produkte positionieren. Microsoft bietet viele Lösungen, unsere Zielgruppe ist sehr heterogen, insofern gibt es hier natürlich viele Seiteneffekte zu beachten.

Welche Personas bedienen wir? Ich habe die folgende Einteilung gemacht: Enterprise-Developer (inkl. Startups), Web-Developer, Nerds/Strategen&CTOs, Mobile- & Game-Developer, IT Admins im Clientbereich, IT Admins im Serverbereich. Zusätzlich positionieren wir über die Personagrenzen hinweg Querschnittsthemen, die nicht einer einzelnen Persona zugeordnet werden können. Diese Themen sind Cloud Computing, Openness und DevOps.

Sicher kann man hinterfragen, ob diese Herangehensweise wirklich etwas bewirkt und sicherlich kommt es darauf an, wie man diese Personas im Detail definiert. Ich denke, wir haben hier einen gewaltigen Schwenk in die neue Richtung gemacht. Vielleicht habt Ihr das auch schon festgestellt, wenn Ihr auf die Agenda blickt. Ich wäre brennend an Eurem Feedback dazu interessiert und freue mich auf Eure Kommentare.

Mit welcher Einreichung hat man die besten Chancen? Du hast die besten Chancen, wenn Du uns ein möglichst konkretes Thema einreichst, auf dem Du wirklich gut bist und wenn wir davon überzeugt sind, dass Du auf der Bühne eine gute Figur abgeben wirst. Das heißt konkret: Du solltest wissen wovon Du sprichst und wir sollten das aus Deiner Einreichung herauslesen können. Darüber hinaus solltest Du eine gewisse Erfahrung als Sprecher mitbringen.

Teilweise hören wir von Speakern „Wenn Ihr sonst noch ein Thema braucht, sagt Bescheid, ich mach das auch“. Wir wissen dieses Angebot wirklich zu schätzen. Tatsächlich kommt das auch manchmal vor, aber unterm Strich nur, wenn wir ein Thema in der Agenda nicht anderweitig über eine reguläre Einreichung abdecken können.

Zum Thema Erfahrung: Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass der beste Weg zum Sammeln von Erfahrung als Speaker die Nutzung der Community (bspw. .NET Usergroups oder Meetups) ist. Hier kannst Du vor kleinerem Publikum sprechen und nach und Dich nach und nach immer wohler fühlen. Ich hab’s exakt so selbst gemacht. Die Dodnedder in Nürnberg sind quasi meine Homebase 🙂 .  Nur zur Vollständigkeit: Damit möchte ich natürlich nicht sagen, dass wir Bewerbern, die nicht genommen werden die Fachkompetenz oder Sprecherfähigkeiten absprechen. Wir haben einfach nicht genug Platz in der Agenda, um alles unterzukriegen.

 

Ich hoffe, dieser Artikel gibt Euch einen guten Einblick in das Arbeiten an der Agenda. Ich hoffe, es wird deutlich, dass wir wirklich bestrebt sind uns weiter zu verbessern. Und ich hoffe, es dient auch als Einblick hinter die Kulissen um nachvollziehen zu können, warum bestimmte Entscheidungen ein bisschen länger dauern und manche Infos noch nicht vorliegen. Danke für Euer Verständnis!

Comments (2)

  1. Hallo Daniel,

    vielen Dank für den Blog-Eintrag.

    Steht der genaue Inhalt der Workshops schon fest?

    Für die Buchung ist für mich der genaue Inhalt der Workshops wichtig.

    LG
    Roland

    1. Hi Roland!
      Danke für die Anfrage. Ich verstehe natürlich, dass das wichtig ist. Wir arbeiten intensiv daran und hoffen bald mehr Info online stellen zu können.

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